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Arbeitsgruppe Wegekonzeption bei der Nationalparkverwaltung

Aus der 32. Versammlung

Bild: Thomas Pöschmann, www.stativkarawane.de

Die 32. Versammlung der Wegekommission am 8. April 2014 versprach spannend zu werden. Der Sächsische Bergsteigerbund (SBB) hatte drei Vorschläge für Wegeöffnungen in der Kernzone des Nationalparks eingebracht: Eulengrund, Rotkehle und Oberer Fremdenweg auf dem Kleinen Winterberg.

Leider wurden alle drei Vorschläge von der Nationalparkverwaltung (NLPV) als nicht genehmigungsfähig eingeschätzt. Daraufhin wurde der Antrag zurückgezogen. Das ist ein wenig schade.

Wie erfolgreich war die Arbeitsgruppe bisher?

Nun sitze ich ja auch selbst in der Wegekommission. Das ist mir Anlass für ein Resümee der letzten Jahre.

Aus Sicht der Nationalparkverwaltung arbeitet die Arbeitsgruppe sehr erfolgreich. In dem Aufsatz von Hanspeter Mayr „Die Nationalparkverwaltung informiert: 12 neue Wanderwege im Nationalpark“ (SBB-Mitteilungsblatt 1/2014, S. 62/63) wird die Arbeit der Arbeitsgruppe vorgestellt. Jeder Weg wird einvernehmlich mit der Arbeitsgruppe abgestimmt. In den letzen Jahren sind folgende neue Wege geschaffen worden:

  1. die Verbindung Königsplatz – Zollstraße
  2. der Passgrund (grüner Punkt)
  3. der Grenzübergang Niedermühle – Wolfstafel („Wolfstafelaufstieg“)
  4. der Weg Aschebloß – Neuer Weg
  5. der Kletterzugang Löfflerschlüchte
  6. die Große Domstiege
  7. der Kohlichtsteig zur Kleinen Liebe
  8. der Panoramaweg (gelber Punkt)
  9. der Fritschenstein-Aufstieg
  10. der Tiergartenweg Porschdorf
  11. der Rundwanderweg Waitzdorfer Höhe
  12. der Weg Bärenhohl – Cunnersdorf (grüner Punkt)

Das sieht zunächst nicht schlecht aus. Bitte aber genau hingucken. Die vermeintlich neu geschaffenen Wege Nr. 1., 2., 4., 7., 8., 11. und 12. sind ohnehin begehbar gewesen. Diese wurden lediglich in Wegführungen wie den Panoramaweg aufgenommen oder mit einer Wegmarke versehen. Der „Wolfstafelaufstieg“ (Nr. 3.) ist wertvoll. Allerdings ist dies die einzige Grenzöffnung im Nationalpark im Kontext „Schengen“, wo „Schengen“ doch eigentlich sämtliche grenzüberschreitenden Wege begehbar machen sollte. Bei den Löfflerschlüchten (Nr. 5.) war mir eigentlich noch nie bewusst gewesen, dass diese gesperrt gewesen wären *). Beim Tiergartenweg in Porschdorf (Nr. 10.) handelt es sich um eine Wegöffnung, der sehr stark auch für die Holzabfuhr in Anspruch genommen wurde.

Bleiben also nur die Große Domstiege (Nr. 6.) und der Fritschenstein-Aufstieg (Nr. 9.) als zweifelsohne wertvolle Weg-Neugestattungen.

Aber was haben die Vertreter der Wander- und Bergsportvereine und Kommunen in den letztern Jahre nicht alles für Weganträge versucht, einzubringen? Die Arbeitsgruppe versammelt sich zweimal pro Jahr. Wir schlagen einmal die Protokolle der letzten 17 Versammlungen nach:

  • 16. Versammlung, 21.03.2006:
    Im Vorfeld des Beitritts Tschechiens zum Schengener Abkommen gibt es einen Aufruf der Nationalparkverwaltung, grenzüberschreitende Wanderwege vorzuschlagen.
  • 17. Versammlung, 11.10.2006:
    Abfrage bei allen Kommunen. Die (Ober-)Bürgermeister von Sebnitz, Bad Schandau und Kirnitzschtal schlagen als grenzüberschreitende Wanderwege Fremdenweg, Großen Zschand, Stimmersdorfer Weg und Schwarzes Tor vor.
  • 18. Versammlung, 20.03.2007:
    Die Vorschläge werden beraten.
  • 19. Versammlung, 18.10.2007:
    Der Fremdenweg wird von der deutschen NLPV befürwortet. Allerdings lehnt ihn die tschechische NLPV ab.
  • 20. Versammlung, 18.03.2008:
    Wie nun weiter mit den grenzüberschreitenden Wegen? Die NLPV empfiehlt dem SBB, die tschechische NLPV brieflich um grenzüberschreitende Wanderwege zu bitten. — Weiterhin Antrag, Grenzweg und Großen Zschand mit einer Wegkennzeichnung zu versehen, dies um das (wohl) unstreitige Begehungsrecht kenntlich zu machen. Dieser Antrag wird von der NLPV leider abgelehnt (Quelle hierfür: Protokolländerung im Protokoll 21. Versammlung).
  • 21. Versammlung, 14.10.2008:
    NLPV-Vorschlag Änderung des Zugangsweges Pavillon Kl. Winterberg. Dazu schlägt der SBB Alternativen vor. Dies wird Dauerthema bis zur 32. Versammlung bleiben, dann aber letztendlich versanden. — Weiterhin gibt es eine Anregung des Hohnsteiner Bürgermeisters zur Ausweisung eines Bergpfades Wolfsschlucht: Hier sei kein Bedarf erkennenbar, heißt es, deshalb keine Umsetzung (Quelle: TOP 11).
  • 22. Versammlung, 17.03.2009:
    Der Brief des SBB an die tschechische NLPV mit der Bitte um grenzüberschreitenden Wanderweg Fremdenweg wurde geschrieben. Zwischenzeitlich liegt auch eine Antwort vor: Leider ist dies eine Ablehnung. Da abzusehen ist, dass es den Vorschlägen Schwarzes Tor, Stimmersdorfer Weg und Großer Zschand ebenso gehen könnte, passiert nun auch bei diesen Wegen nichts mehr. Sie „versanden“ nun ebenfalls.
  • 23. Versammlung, 06.10.2009:
    Vorschlag Öffnung Obere Weberschlüchte zum Anschluss Grenzweg. Wird leider ebenfalls abgelehnt.
  • 24. Versammlung, 16.03.2010:
    Vorschlag Verlegung Malerweg in Saupsdorf von der Straße auf einen Waldweg (Creutz/Böhm). Alle Beteiligten freuen sich, dieser Vorschlag ist erfolgreich, 2014 wird hier sogar eine Brücke errichtet werden. Allerdings ist dies kein neuer Weg. Der Weg ist schon vorhanden.
  • 25. Versammlung, 05.10.2010:
    Dietmar Schubert, der Webmaster der www.webergrotte.de hat einen Vorschlag „Zeitscheibe Großer Zschand“ über die NLPV an die AG gerichtet. Dieser befindet sich allerdings nicht auf der Tagesordnung. Wir fragen nach und erhalten den Posteingang bestätigt. Beratung nun auf nächster Versammlung.
  • 26. Versammlung, 05.04.2011:
    Beratung Vorschlag „Zeitscheibe Großer Zschand“. Der Vorschlag beinhaltet eine dynamische Sperrung/Öffnung von Wegen in 3 Jahresscheiben. Wird beraten, dann aber doch nicht weiter verfolgt, so dass auch dieser Vorschlag letztendlich „versanden“ wird.
  • 27. Versammlung, 11.10.2011:
    Antrag Gemeinde Porschdorf Wiederherstellung Aussicht Fritschenstein. Dieser wird als die oben genannte Nr. 9 genehmigt. — Weiterhin gibt es einen Antrag Hohnstein „Riesenstufe“, Eisenklammern sind hier erforderlichenfalls erneut zu beraten. (Hier habe ich keinen Erledingungsstand; könnte genehmigt worden sein.)
  • 28. Versammlung, 27.03.2012:
    Drei Vorschläge der IG Stiegen- und Wanderfreunde (Großer Dom, Mittelwinkel, Obere Richterschlüchte) sind eingegangen und werden beraten. Allerdings sind in Eigeninitiative angebrachte Stufen rechtlich und sicherheitstechnisch nicht möglich. Die Steiganlagen Großer Dom und Leunerstiege werden entfernt.
  • 29. Versammlung, 16.10.2012:
    Der Aufstieg Großer Dom wird als oben aufgeführte Nr. 6. genehmigt. Der fachgerechte Neuaufbau der Steiganlage Großer Dom ist von der NLPV noch im Oktober geplant.
  • 30. Versammlung, 11.04.2013:
    Aufstieg Gr. Dom ist umgesetzt. Mittelwinkel und Obere Richterschlüchte werden nicht mehr weiter behandelt und „versanden“.
  • 31. Versammlung, 15.10.2013:
    Es gibt drei neue Anträge des SBB (und der IG Stiegen- und Wanderfreunde): Eulengrund, Rotkehle und Oberer Fremdenweg Kleiner Winterberg. Diese sind bei der NLPV eingegangen, aber noch nicht beraten.
  • 32. Versammlung, 08.04.2014:
    Die vorliegenden Anträge des SBB Eulengrund, Rotkehle und Oberer Fremdenweg Kleiner Winterberg finden aus Naturschutzgründen keine Zustimmung. Das ist schade.

Wir fassen zusammen: Insgesamt sind da also 16 Vorschläge auf der Agenda der Arbeitsgruppe behandelt worden.

  1. Die vier grenzüberschreitenden Wanderwege Fremdenweg,
  2. Großer Zschand,
  3. Stimmersdorfer Weg und
  4. Schwarzes Tor;
  5. der Alternativaufstieg Pavillon Kl. Winterberg;
  6. Grenzweg/Großer Zschand;
  7. die Wolfsschlucht am Hockstein;
  8. die Variante Oberen Weberschlüchte zum Anschluss Grenzweg;
  9. der Vorschlag Zeitscheibe Großer Zschand;
  10. der Fritschenstein;
  11. dann Mittelwinkel,
  12. Großer Dom und
  13. Obere Richterschlüchte;
  14. schließlich Oberer Fremdenweg Kleiner Winterberg,
  15. Rotkehle und
  16. Eulengrund.

Mit Fritschenstein und Großem Dom wurden lediglich 2 der beratenen Anträge angenommenen und umgesetzt. 14 der 16 Vorschläge haben sich als nicht genehmigungsfähig erwiesen. Ein so großer Erfolg ist das nicht gerade.


Das Protokoll der 32. Versammlung ist nicht zur Veröffentlichung vorgesehen.

20.10.2016 gelöscht
02.02.2017 Seiten aus http://www.archive.org wiederhergestellt

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