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Arbeitsgruppe Wegekonzeption bei der Nationalparkverwaltung

Bericht von der 34. Versammlung

Die 34. Versammlung der Wegekommission am 28.04.2015 fand im ehrwürdigen Ratssaal des Bad Schandauer Rathauses statt. Unser Bürgermeister Andreas Eggert hat die Arbeitsgruppenmitglieder kurz begrüßt. Und so konnte er mich gleich mal kontrollieren, ob ich meine Arbeit als Stadtrat auch – ordentlich mache.


Eulengrund, Rotkehle, Kleiner-Winterberg-Weg: Die im letzten Bericht genannte Bewegung in Sachen der beantragten Wegöffnungen Eulengrund und Rotkehle stagniert seit einem Jahr. Die Materie ist doch schwieriger als gedacht. Es gab zwar eine Begehung am Kleinen Winterberg, aber noch kein Ergebnis. Eine erneute Begehung soll nun im Juni 2015 stattfinden. Das Thema wurde auf die 35. Versammlungvertagt.


Hütten im Wald: Aber ein anderes Thema ist total interessant. Boofen und nachts draußen bleiben gilt ja eigentlich schon immer als ein ein wenig abenteuerliches, gar gesetzloses Verhalten. Der Forst ist der Grundeigentümer und hat das Sagen. Und dann pennen Leute auf seinem Grundstück? Man hat ja immer so die Vorstellung vom strengen Förster, der da kommt, kontrolliert und zurechtweist: Übernachten im Wald – verboten.

Das kann man aber auch einmal andersherum denken. Eigentlich müsste man ja mal beim Forst anfragen, wenn man sich eine Boofe bauen will. Na bei allen guten Geistern: Soviel Chuzpe hat noch nie ein Boofenerbauer gehabt, so ein scheinbar aussichtsloses Unterfangen mit Zeichnung, Erläuterungsbericht und Plan einzureichen. Boofenerrichtung erfolgt „klassisch“ ohne Einverständnis des Grundeigentümers. Na, ist eben so – outdoor.

Oder in einem Gebiet ohne Felsen im Wald gar Hütten zum Übernachten bauen wollen? Mit romantischer Feuerstelle? Na, jetzt werden Sie mal nicht tollkühn – Böhm.

Nun kommt aber die Initiative genau dazu vom Forst selbst. Im Taubenbachgebiet gibt es zwei Hütten, die wenig genutzt werden. Und Herr Borrmeister und Herr Noritzsch vom Forstbezirk Neustadt haben sich gesagt: Statt die Leute aus dem Wald hinauszukomplimentieren und sich anschließend darüber zu ärgern, dass die Naturentfremdung immer mehr zunimmt: Besser ist es, in den Wald einzuladen, fernab der Zivilisation nachts auch mal draußen zu bleiben. Man braucht ein Hüttenticket, 10 Euro pro Nacht, bestellen ging ganz einfach per Mail und kam mit Rechnung per Post. — Hä, Geld für Übernachten im Wald ausgeben? Ist völlig okay. Denn genau das ist genau der richtige Mittelweg. Zwischen a) Hütten im Wald ganz wegreißen, siehe Grenzerhütte oder Fünferhütte. Und b) Star heaven outdoor at night Premium vom Reiseveranstalter, weiße Tischdecke aufm Boofentisch, früh bringt der Jeep das Brunchzeug raus, Frühbucher-Special ab 399,00 €. — Einwandfrei: Holz da, Schlafstelle da, Schlafsack muss man mitbringen. Sogar ein Ofen ist da. Buchen, reservieren, Vollkasko ist nicht, wer kommt ist da – die Regeln erinnern frappierend ans Boofen.

Super Idee. Hat sicher auch paar Ecken und Kanten, die sich im Lauf der Zeit rausstellen werden. Ich wünsche den Trekkinghütten, dass sie eine Erfolgsgeschichte werden. Naturnähe statt Naturentfremdung, einwandfrei.

Ich stelle mir vor, wenn die Idee angenommen wird und sich trägt, könnte man das ausbauen. Ein paar romantische Übernachtungshütten in nicht so frequentierten Gebieten der Sächsischen Schweiz? Die Idee ist neu und einmalig in Deutschland. Mal sehen, wie sich das rumspricht.

Eine Webseite haben die auch schon.

Testbericht: www.sandsteinblogger.de


Nachtrag: Lese soeben die vernichtende Kritik der Trekkinghütten „Money for nothing“ auf www.sandsteinwandern.de, hier.

Klare Entgegnung:

  • 10 € zu viel? Na, ich rechne mal so: 5 € sind Übernachtungspreis. Die restlichen 5 € sind eine Spende an den virtuellen Förderverein „Trekkinghütten im Wald“. Klar, für so eine Klasse Idee braucht man nicht ganz so knauserig sein. — 10 € sind übrigens auch so die Empfehlung beim Pilgern, und da hast du ja auch deinen Schlafsack bei und keinen Reservierungsanspruch.
  • Statt die Tickets vorher kaufen, Kasse des Vertrauens in der Hütte? — Na, Kinder, ihr wärt doch die ersten, die sich dann aufregen würden, wenn da der Förster jede Woche mit seinem Toyota angedüst käme, die Kasse leermachen. Aber außerdem ist das auch denen ihre Arbeitszeit. Und dann muss man das ja nach Vieraugenprinzip zählen und auf der Bank einzahlen. Du meine Güte, die haben da doch ein funktionierendes Rechnungswesen. Wenn die da Holz verkaufen, kommt doch da auch keiner mit eine Kiste Bargeld von Lampertswalde rüber.
  • Mit Auto ranfahren? Na wohl komplett verrückt. Genau das — ausdrücklich nicht.
  • Und wenn du mit dem Ticket kommst und voll ist? Das ist wirklich blöd, denn zusammenrücken hat auch seine Grenzen. Das ist beim Boofen aber auch nicht anders. — Langfristig könnte man das mal bissl „den Markt regeln lassen“. Denn wenn die Dinger so gut angenommen werden, dass da andauernd voll ist, kommt ja auch bissl Umsatz rein. Und davon könnte man dann evtl. weitere Hütten errichten. Als potentielles Mitglied im virtuellen „Förderverein Trekkinghütten im Wald“ suche ich da schon mal ein Förderprogramm raus ...
  • Tickets nur ein Jahr gültig? Okay, dass die verfallen, ist bissl Mist. Zumal ich schon 10 gekauft habe, die ich dieses Jahr sowieso nicht mehr durchkriege. — Mal überlegen, könnte man ja vielleicht ja auch so einrichten, dass du die Dinger noch ein oder zwei Jahre länger nehmen kannst.
  • Typisch deutsch überreguliert? Nee, Klasse gemacht und außerdem hat jedes Land und jeder Kulturkreis sein eigenes „Outdoor-Dau“. USA: Diese Wellblechunterstände, die die da haben; Nordeuropa: Jedermannsrecht; Schottland: The Scotish Outdoor Access Code; Alpen: die Alpenvereinshütten; Elbsandstein: Boofen; Pilgern: Pilgerquartiere. — Überall in der Welt ist man auf eine eigene Art draußen. Passt schon. — Ja und, wie machen die das eigentlich in Neuseeland? Keine Ahnung. Ich glaube aber, da gibt es jemanden im Forstbezirk, der da Ahnung hat ...

„Money for nothing“ ... „Brothers in Arms“ ... einwandfrei ... Fleetwood Mac ... Doors ... Knopfler ... Morrison ... nee ... von Morrisson ... nee. Das hatte ich doch auf Kassette 14 Vorderseite ... Wie hießen die doch gleich? — Aber nun nicht denken, ich würde denken, „Money for nothing“ wäre Mick Jagger. Stones waren Kassette 22 bis 29.


Hier das Protokoll der 34. Versammlung.

20.10.2016 Seite gelöscht
02.02.2017 Seiten aus http://www.archive.org wiederhergestellt

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