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Kupferplatten

Entdeckungen in der National Library of Scotland

The Map collection of the National Library of Scotland

Im September 2008 besuchte die Deutschen Gesellschaft für Kartographie die Kartensammlung der National Library of Scotland.

In September 2008 the German Society of Cartography has visited the National Library of Scotland.

Ein bißchen stutzig wurde ich schon, als im einführenden Vortrag von Christopher Fleet - dem Kurator der Sammlung - von 3000 engraved cooper plates und 6000 glass plates die Rede war. Nun, es schien interessant zu werden. Die Bibliothek bewahrt das Archiv des britischen Karten- und Verlagshauses John Bartholomew & Son, - einem der bedeutendsten Atlantenhersteller des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Bestände gelangten 1980, als die Firma aus Familienbesitz verkauft wurde, in die Bibliothek. Die Kupferplatten wurden übrigens zum Materialpreis übernommen. Das ist wenig Geld für den ideellen Wert - aber ein gutes Sümmchen dürfe es dennoch gewesen sein.

The library has aquired in 1980 the Bartholomew & Son archieve, among also 3000 engraved copper plates and 6000 glass plates.

Eine der Kupferplatten des Bartholomew Archieve:

A copper plate from the Bartholomew archieve:

Interessant ist die Konfektionierung der Platten: Sie werden in einem Umschlag verwahrt, dessen Vorderseite einen Druck der Platte trägt.

Aber was ist das?

But - whats that?

Nun ist eine Karte von Justus Perthes aus Gotha in einer Kartensammlung mit 2 Millionen Einheiten nichts Besonderes. Das hier ist allerdings keine bloße Karte, sondern die Kupferplatte, von der die Karte gedruckt worden ist.

Don't mention it - a Perthes map in a map collection with 2.000.000 maps. But: It ist not only a map, it is its original printing plate.

(Kupferplatten tragen natürlich Spiegelschrift. Zur besseren Lesbarkeit wurde die Aufnahme hier zurückgespiegelt. Image re-mirrored)

Wie kommt die nach Schottland?

How did the plate come from Germany to Scotland?

Nun wissen wir: August Petermann, dem wir Petermanns Mitteilungen verdanken, war, bevor er seine Tätigkeit in der Geographischen Anstalt von Justus Perthes in Gotha begann, einige Jahre in Großbritannien.

Dies wird auch von Meyers Konversationslexikon (1905) bestätigt. Unter dem Stichwort „August Petermann“ steht (Band 15, S. 654): „Petermann [...] wurde 1845 nach Edinburgh berufen, um sich hier an Johnstons englischer Bearbeitung des „Physikalischen Atlas“ von Berghaus zu beteiligen [...] .“

August Petermann in the Meyers Konversationslexikon, Vol. 15 of 20, p. 654, Leipzig and Vienna, 1905: „Petermann was called 1845 to Edinburgh, to work on Johnstons english edition on Berghaus' Physical atlas“

Damals begann eine lebenslange Freundschaft zwischen John Bartholomew junior (1831-1893) und Petermann. (Bartholomew war wiederum ein Freund von dem Johnston aus dem Lexikon.) Später war Bartholomew in Gotha tätig und brachte von dort neue Techniken der Kartengestaltung und -herstellung zurück nach Edinburgh. Dies betraf insbesondere die Lithographie.

Petermann met young John Bartholomew (1831-1893) in Edinburgh in 1848 - the Jonstons and the Bartholomews were friends. Impressed with the young man he invited him to train with hin in his new office in London. Too young at the time, seven years later John Junior eventually joined August for two years. This cemented a lifelong friendship; indeed John Junior wished to work in Germany, until his fathert's ill-health forced him to return to Edinburg to take up the reins. He brought with him new techniques of map design and production - notably the introduction of lithography (Exhibition text).

Ich glaube sogar, bei der oben abgebildeten Karte handelt es sich um eine Asienkarte aus besagtem Berghaus'schem Physikalischen Atlas. Entworfen übrigens in Bonnescher Projektion.

I think the map above (from the library exhibition) is Berghaus Asia map from his Physical atlas


Typisches Werkzeug der Kupferstecher und Lithographen: Graviernadeln, Schneidnadeln, Grabstichel:

Typically engravers tools


Auch später gab es vielfältig Beziehungen zwischen Bartholomew und deutschen Kartographen. In den 1890er Jahren war Friedrich Bosse chief draughtsman bei Bartholomew. Einige Reinzeichungen, die von oder unter Bosse hergestellt wurden ...

Two possibly Friedrich Bosse - chief draughtsman of bartholomew - drawings from the 1890ies ...

Netzübertragung und farbvereinte Reinzeichnung - das ist genau das Verfahren in dem ich heute noch meine Kartenoriginale herstelle.

John (Ian) Bartholomew (1890-1962) studierte bei Oswald Winkel in Leipzig, John C. Bartholomew (1923-2008) um 1960 bei Eduard Imhof in Zürich.

Later Bartholomews continued to be trained in the German tradition. John (Ian) (1890-1962) studies with Oswald Winkel in Leipzig, and John C. (1923-) with Eduard Imhof in Zurich in 1960 (Exhibition text).


Die Kartensammlung der National Library of Scotland zählt mit 2 Millionen Kartenblättern und etwa 20.000 Atlanten zu den 10 größten Kartensammlungen der Erde. Die liegen allesamt ...

2.000.000 Maps and 20.000 atlasses are stored ...

... im Magazin

... in the magazine


Was macht eigentlich Bartholomew heute?

Bartholomew: A Scottish Familiy Heritage - Home Page and Genealogy of a Family of Geographers and Mapmakers

CollinsBartholomew - The never-ending search for cartographic excellence.

Bartholomews Nordic Projection - Bartholomew in my Map Projection Collection


Ich bedanke mich (auch im Namen der Deutschen Gesellchaft für Kartographie) herzlich bei Susan Woodburn, Christopher Fleet, und den anderen Mitarbeitern der Kartensammlung für die Kartenausstellung und die Präsentation die für uns vorbereitet wurde. So konnte das „missing link“ zwischen Petermann bei Berghaus und Petermann bei Perthes finden: Petermann und Bartholomew in Edinburgh ...

Many thanks to Chriostopher Fleet, Susan Woodburn and their Colleagues in the Map collection of the National Library of Scotland. So I found the missing link between Petermann - Berghaus and Petermann - Perthes: Petermann and Bartholomew in Edinburgh ...


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