Böhmwanderkarten 1990 bis 2020

Wie mit meinem Verlag alles angefangen hat

Existenzgründung mit Ordnungsstrafverfahren

Nun gibt es meine Wanderkarten schon 30 Jahre. Bereits in der DDR hatte ich Wanderkarten der Sächsischen Schweiz als Hobby gemacht. Aus „Geheimhaltungsgründen“ durften diese aber niemals gedruckt werden. Eine Karte „Kleiner Zschand 1:10000“ hatte ich bereits 1982 während meines Studiums druckreif gezeichnet. Das Schrammstein- und Affensteingebiet hatte ich in den Jahren 1988/89 örtlich kartiert, es war jedoch noch nicht gezeichnet. Ich habe damals in Berlin gewohnt und war Softwareentwickler beim VEB Robotron-Vertrieb Berlin. Das war eine schöne Arbeit gewesen. Mit unserem Bildverarbeitungssystem A6472 haben die die Russen 1986 den Kern des Halleyschen Kometen entdeckt.

 

Februar 1990

Sa., 17.02.1990. Mein Entschluss steht fest, der „Kleine Zschand“ muss gedruckt werden. Weil private Kartendruckaufträge in der DDR zunächst noch nicht möglich erscheinen, gehe ich eine Herausgabe gemeinsam mit dem Lohrmann-Klub im Kulturbund der DDR an. Ein Anruf bei Frau Linke vom Grafischen Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden (GGV) ist verheißungsvoll. Die Reinzeichnung muss zuerst reproduziert (gescannt) werden, damit verbunden ist ein Andruck von etwa 15 Exemplaren. Als zweiter Schritt folgt dann der Auflagendruck. Reproduktion und Andruck können problemlos beim GGV erfolgen. Für einen Auflagendruck sind aber wohl kleinere Druckereien günstiger. Damit bin ich schon einmal ganz schön weit gekommen.

Druckvorbereitungen  Druckvorbereitungen

März

Do., 22.03.1990. Vortrag vor dem Arbeitskreis Sächische Schweiz, dies war schon 1989 mit Hans Brunner vereinbart worden: Vorstellung des „Kleinen Zschandes“ im Stadtmuseum Pirna. Ich bringe die wertvolle Reinzeichnung mit. Meine Idee, die Karte drucken zu lassen, kommt beim Arbeitskreis sehr gut an. Parallel kann ich einen Artikel „Versuche der naturnahen Reliefdarstellung in Landschaftskarten der Sächsischen Schweiz“ im Berichtsband VII des Arbeitskreises veröffentlichen.
Fr., 23.03.1990.Gemeinsam mit Martina Müller vom Lohrmann-Klub fahre ich ein paar Druckereien ab, u. a. Lößnitz-Druck Radebeul, die es bis heute gibt. Den meisten Druckern ist allerdings ein Landkartendruck ohne Druckgenehmigung noch zu heikel. Frau Linke vom GGV steht dem Vorhaben jedoch aufgeschlossen gegenüber. Ich erteile Auftrag für Reproduktion und Andruck des „Kleinen Zschandes“ und übergebe ihr die Reinzeichnung. Mit 1674,40 M/DDR ist dies meine erste größere Auftragsvergabe.

April

Mo., 16.04.1990 (Ostermontag). Zugfahrt nach Bad Schandau, um Restgebiete in den Schrammsteinen zu kartieren.

Mai

Do., 03.05.1990. Kauf von Tusche und Zeichenmaterial bei Schaberow am Bf. Zoo, Berlin. Ich nehme meinen Jahresurlaub und zeichne die Karte Schrammsteine-Affensteine in meiner Wohnung auf der Gubener Straße 39 in Berlin-Friedrichshain. Nach etwa 4 Wochen ist die Reinzeichnung fertig.
Mo., 21.05.1990. Eine Sternenstunde: Termin bei Frau Linke in der „Völkerfreundschaft“ im Haus der Presse in Dresden. Erstmalig halte ich eine meiner Wanderkarten gedruckt in den Händen. Der Andruck „Kleiner Zschand“ ist ausgezeichnet gelungen. Frau Linke stellt in Aussicht, dass ein Auflagendruck noch bis zur Währungsumstellung erfolgen kann, so dass eine Bezahlung in DDR-Mark möglich ist. Statt 10.000 sollten aber 20.000 Karten gedruckt werden. „Na dann imprimieren Sie mal“ fordert mich Frau Linke auf. Doch ich weiß nicht, was das ist. „Na ganz einfach, ,druckreif‘ auf einen Andruck schreiben und dann – unterschreiben.“

Rechnung Repro und Andruck Kleiner Zschand  Andruckrechnung

Di., 29.05.1990. Kartografie gilt in der späten DDR als „gefährliches Gewerbe“. Ähnlich wie bei Waffenhandel und Sexshopbetrieb ist eine besondere Gewerbeerlaubnis erforderlich. Nach mehreren Vorsprachen erhalte ich beim Rat der Stadt Berlin am Alexanderplatz die Gewerbeerlaubnis für 150,00 DDR-Mark.

Gewerbeerlaubnis  Gewerbeerlaubnis

Juni

Mo., 25.06.1990. Einzahlung von 12000,00 DDR-Mark auf Geschäftskonto. Diese werden mit der Währungsunion zu 6000,00 D-Mark „Startkapital“ werden.
Mi., 27.06.1990. Auftragserteilung Reproduktion (Scan) und Andruck der Schrammsteinkarte bei Oktoberdruck in Berlin-Kreuzberg (Westberlin). Das soll mein zweiter Titel werden. Die Druckerei ist so freundlich, den Auftrag gegen eine Anzahlung von nur 200,00 DM anzunehmen. Viel mehr habe ich nicht in meiner D-Mark-Kasse, denn es ist ja noch „Ostgeldzeit“.
Fr., 29.06.1990. Abholung der 1. Auflage „Kleiner Zschand 1:10000“ (22.480 Expl.) beim Grafischen Großbetrieb Völkerfreundschaft auf der Riesaer Straße in Dresden. Als ich in das Versandbüro reinkomme, haben sich die Mitarbeiter schon je einen Druck als Schreibtischunterlage hingelegt – ein schönes Kompliment. Der GGV hat Wort gehalten, zwei Tage vor der Währungsumstellung erhalte ich eine Rechnung über 3147,20 M/DDR, die ich 2:1 umgerechnet in DM bezahlen kann.

Druckrechnung Kleiner Zschand   Lieferschein Kleiner Zschand  Der Kleine Zschand erscheint

Mit meiner Mutti hole ich die 390 kg schwere Auflage in zwei Pkw-Fahrten, wir laden bei meinem Bruder ab. Gleich anschließend erste Vertriebsfahrt nach Schmilka. Frau Venus nimmt für ihren Kiosk 250 Karten in Kommission, die in den nächsten Wochen alle verkauft werden. Anschließend geht es gleich mal hoch auf den Großen Winterberg, Winterbergwirt Joachim Reiß kommissioniert 1.000 Blatt (was sich allerdings als bissl zu viel herausstellen wird.) Zurück in Dresden Einlagerung der Karten auf einem Dachboden bei meinem Bruder. Es sind übrigens alles Planobogen, die noch von Hand gefalzt werden müssen. Weil ich noch kein eigenes Auto habe, fährt mich den ganzen Tag meine Mutti.
Sa., 30.06.1990. Fahrt nach Sebnitz und dann ins Kirnitzschtal. Als ersten Händler gewinne ich das Schreibwarengeschäft von Karlheinz Löwe am Sebnitzer Markt. Am Zeughaus nimmt Karlheinz Winkler 100 Expl. „Kleinen Zschand“ in Kommission, ebenso die Buschmühlenwirtin Renate Gernert.

Händlerangebot  Es ist dies der letzte Tag der DDR-Mark

Juli

So., 01.07.1990. Seit heute haben wir „Westgeld“ und ich schreibe die ersten Rechnungen in DM. Vertrieb in Bad Schandau (die Volksbuchhandlung hat Sonntag geöffnet), Mittelndorfer Mühle, Forsthaus, Lichtenhainer Wasserfall. Das HO-Gasthaus Kuhstall kauft gleich einmal 1.000 Karten ein. Die beiden letzten Tage haben mich übrigens meine Freunde Berndt Schäfer und Wolfram Dolz mit ihren Autos gefahren.

Die Volksbuchhandlung Bad Schandau kauft meine Karten  Meine erste Lieferung an die Volksbuchhandlung Bad Schandau

Fr., 06.07.1990. Mit dem 01.07.1990 wurde unser DDR-Geld (überwiegend 2:1) in DM umgetauscht, nun kann ich auch „im Westen“ drucken lassen. Imprimatur des Andrucks der Schrammsteinkarte bei Oktoberdruck in Berlin-Kreuzberg. Ich zahle weitere 1.300,00 DM an und erteile den Druckauftrag für eine 10.000er Auflage.
Fr., 13.07.1990 und
Sa., 14.07.1990, zweite Vertriebsreise von Berlin aus. Ich besuche zahlreiche Buchhandlungen in Dresden und liefere u. a. an die Volksbuchhandlung „Heinrich Mann“ (Prager Straße), das Haus des Buches (Ernst-Thälmann-Straße), das internationale buch, die Buchhandlungen St. Benno, Böhlau, Bertl Hoffmann (Oschatzer Straße), Frank Fischer (Großenhainer Straße), an das Sporthaus Barthel (Otto-Buchwitz-Straße) und den HO-Sportpavillon Grunaer Straße. Inzwischen bin ich mit eigenem (für 500,00 DM erworbenen) Pkw Trabant unterwegs.
Mi., 25.07.1990. Abholung der 1. Auflage, 10000 Expl. „Schrammsteine-Affensteine 1:10000“ bei Oktoberdruck.

Druckrechnung Schrammsteine-Affensteine  Druckrechnung Schrammsteine-Affensteine

Sa., 28.07.1990 und
Mo., 30.07.1990, dritte Vertriebsreise, nun 2 Titel im Angebot. Der Kleine Zschand kostet 3,50 DM, die Schrammsteinkarte 4,50 DM. Den ersten Tag geht es wieder in die Sächsische Schweiz, u. a. Kuhstall, Lichtenhainer Wasserfall, Ostrauer Scheibe, Schöne Höhe Ostrau, Schmilka. Am Montag Vertrieb Buchhandlungen Dresden, aber auch Berghotel Bastei und Buchhandlungen in Sebnitz, Pirna, Heidenau.
Sa., 04.08.1990. Ich erhalte erste Nachbestellungen und bringe erste Lieferungen in Schuhkartons zur Post, u. a. gehen je 50/50 Expl. an Volksbuchhandlung „Heinrich Mann“ Prager Straße, 40/70 Haus des Buches Dresden, 50/150 Kiosk Gerald Große Bad Schandau. Das sind schöne Anfangserfolge. Wenn die Buchhändler nachbestellen, weiß ich, dass meine Karten auch gekauft werden. Mit vielen Händlern beginnen jahrzehntelange Geschäftsfreundschaften, die u. U. bis heute bestehen.

August

Mo., 06.08.1990. Ein Schreiben der LSG-Inspektion Sächsische Schweiz kündigt mir die „Einleitung eines Ordnungsstrafverfahrens“ an, weil ich meine Karten „nicht abgestimmt hätte“.

Ordnungsstrafverfahren  Ordnungsstrafverfahren
Seite 2

Ich werden aufgefordert, bereits an den Handel gelieferte Karten wieder „einzuziehen“ und „einen Weiterverkauf zu verhindern“. Das ist natürlich ein großer Schreck. Offenbar stört es die LSG-Inspektion, dass auf meinen Karten alle Wege eingetragen sind. Dabei ist doch dagegen überhaupt nichts einzuwenden.

Mo., 20.08.1990. Ich antworte ausführlich wie folgt:

Antwort  Ausführliche Antwort

Seite 2
Seite 3
Seite 4

Wenn ich den Brief der LSG-Inspektion heute wieder lese, beschleicht mich ein mulmiges Gefühl. „Mangelnde Abstimmung“ heißt doch nichts anderes, als dass ich die Wege in der Karte weglassen soll. Ein wenig überrascht da schon die Schnelligkeit und die Härte, mit der die LSG-Inspektion reagiert hat. Da wird ein ganzes Land völlig umstrukturiert, Millionen Menschen bangen um ihre Jobs, Nationalpark-Vorbereitung in vollem Gange, voll der Wendestress. Und bei alldem ist es offenbar total wichtig, ordentliche Wanderkarten zu verbieten. Das ist verwunderlich, war doch 1990 Wandern auf allen Wegen eine ganz selbstverständliche Sache. Selbst im Naturschutzgebiet durfte (mit Ausnahme des Thorwaldwand-Gratweges) auf allen Wegen gewandert werden. Die Nationalpark-Wegesperr-Debatten gingen ja erst 10 Jahre später los. Warum also Karten verbieten? Könnte es vielleicht sein, dass bereits zu DDR-Zeiten ein Plan in den Schubladen schlummerte – Umwandlung einer Wanderlandschaft in ein menschenleeres Totalreservat? Und dass die Verwirklichung dieses Planes das eigentliche Kernanliegen der Nationalpark-Gründer war? Natürlich konnte man mit so etwas nicht gleich von Anfang an rausrücken, der Nationalpark musste sich ja erst einmal „etablieren“. Also wurde der Plan ganz vorsichtig und schleichend angegangen, aber mit viel Vorausschau, Abtarnung, Ausdauer und Geduld.

In Wirklichkeit war da schon immer alles abgekartet gewesen. Und es dauert bis heute an. 1990 wurde ich aufgefordert, meine Karten „einzuziehen“, da diese „fachlich nicht abgestimmt“ seien. Heute ist bei der Nationalparkverwaltung eine Referentin für „digitale Besucherlenkung“ angestellt, von der man aufgefordert wird, seine Videos bei Youtube zu löschen, wenn diese nicht „ausreichend abgestimmt sind“.

Aber natürlich soll man nicht alles nur schwarz-weiß sehen. Vielleicht irre ich mich auch und mein „mulmiges Gefühl“ trügt. Wer weiß?

Wenige Wochen später wird die LSG-Inspektion in die Nationalparkverwaltung umgewandelt und ich hörte nichts mehr von dem Verfahren. Da scheine ich noch einmal Glück gehabt zu haben.

 

Herbst 1990

Eine vierte Vertriebsreise unternehme ich vom 19.-23.09.1990 (Sächsische Schweiz, Buchhandel Dresden und, 28.09., Sebnitz). Und dann noch einmal Vorweihnachtsvertrieb, fünfte Reise, 19.-22.11.1990, Buchhandel Dresden und Freital. Insgesamt konnte ich in meinem ersten Jahr 7912 Karten verkaufen und damit einen Jahresumsatz von 17.660,93 DM erzielen, was einen schönen Anfangserfolg darstellte. 1990 war noch ganz viel Optimismus und „Wendekauflust“ verbreitet. Der ganze Osten wurde vom Westen mit Waren vollgepumpt und ich habe da mit meinen schönen Karten als „Ostanbieter“ vom „ersten Westgeldtag an“ ein ganz klein wenig mitgemischt.

 

Nachwendeernüchterung

Allerdings kam dann auch schnell die Schattenseite der DM. Mit der zusammenbrechenden DDR-Wirtschaft kam die „Nachwendeernüchterung“ und eine Rezession, die 20 Jahre lang anhielt. Als dann die großen Treuhand-Entlassungswellen auch in meinem Betrieb immer bedrohlicher näherrückten, habe ich am 15.11.1990 meinen Job als Entwicklungsingenieur bei Robotron gekündigt und mich ganz auf die Wanderkarten verlegt.

Nach und nach brach ja die gesamte DDR-Wirtschaft zusammen. Von meinem Betrieb, dem Kombinat Robotron mit einst 68000 Mitarbeitern blieben zunächst kaum mehr als ein paar Dutzend Arbeitsplätze übrig. Im Grafischen Großbetrieb Völkerfreundschaft auf der Riesaer Straße sind ganz viele DDR-Zeitschriften gedruckt worden, von denen eine nach der anderen dicht machte. Glück hatte ich mit dem Volksbuchhandel, von dem viele Filialen unter der Marke „Buch und Kunst“ erhalten werden konnten, es kamen sogar neue Filialen dazu. Kleinere Volksbuchhandlungen in Heidenau, Bad Schandau, Sebnitz wurden einzeln privatisiert. Nicht alle überlebten. Der Dresdner Konsum – pleite. Die Sächsischen-Schweiz-Gaststätten – Post vom Konkursverwalter (ich hatte Glück, dass mir bei dieser Pleite nur 71,49 DM verlorengingen):

Druckrechnung Schrammsteine-Affensteine  „Schließlich war es Ihr Geld.“

Im Frühjahr 1991 erschien mein Titel Großer Zschand 1:10000, auf Vorarbeiten aus DDR-Zeiten aufbauend, im Sommer 1991 Hinterhermsdorf und die Schleusen 1:10000. Das Jahr 1991 habe ich als ganz schwer in Erinnerung. Die Menschen gaben weniger Geld aus und meine Umsätze stiegen nicht in dem Maß, wie ich es geplant und benötigt hatte. Im Sommer kartierte ich wochenlang in der Sächsischen Schweiz. Übernachtet wurde dabei stilgerecht in der Boofe. Zum Kochen habe ich dann abends Wasser aus einer Quelle geholt, Holz gesammelt und Feuer gemacht. Heute undenkbar, aber das war natürlich auch Romantik pur. Den Winter über wurde dann Karte gezeichnet, 12 Stunden am Tag. In meinem 1991er Titelverzeichnis werfen bereits zwei weitere Neuerscheinungen ihre Schatten voraus, die Anfang 1992 erschienenen Wanderkarten Die Bastei und Bielatalgebiet ...

Druckrechnung Schrammsteine-Affensteine  Verzeichnis lieferbarer Titel 1991.

Ebenfalls 1992 erschien als erste Gesamtkarte die Sächsische Schweiz 1:40000, 1993 dann Brand-Hohnstein 1:10000. Mit nunmehr acht lieferbaren Kartentiteln hatte ich es geschafft, notdürftig aus den „Nachwende-Geburtswehen“ herauszukommen. Aber erst 1997 hatte ich ein wirtschaftlich einigermaßen tragfähiges Fahrwasser erreicht und bin mit meiner Familie von Berlin nach Bad Schandau gezogen. Zwischendurch hatte ich auch noch meine Entwicklerarbeit aus der DDR-Industrieforschung als Dissertation an der TU Dresden eingereicht und dafür einen wunderschönen Doktortitel erhalten. Na, ich denke, ich war in der Zeit nicht der Einzigste, der da ganz schön abenteuerlich in den Strudeln rumgerudert ist.


Mit der Nationalparkverwaltung bin ich übrigens die ersten 10 Jahre sogar recht gut ausgekommen. Es war dies die Zeit, in der wir uns alle über den Nationalpark gefreut haben, denn von Weg- und Gebietssperrungen war zunächst keine Rede mehr. Erste Warnzeichen wie 1994 der Abriss der Fernblickboofe schienen unbedeutend zu sein. Beim Kartieren habe ich mich oft mit den Rangern freundschaftlich unterhalten, sie waren froh über ihren sicheren und gut bezahlten Job – und dass es endlich ordentliche Karten zu kaufen gab. Und in den ersten Jahren wurde auch noch jeder Gewerbetreibende willkommen geheißen – denn bei 40 % Arbeitslosigkeit musste ja auch mal bissl was vorwärts gehen. Mit den Wegsperrungen und Wanderverboten – das ging dann erst ab etwa dem Jahr 2000 so richtig los.


 

30 Jahre Böhmwanderkarten

Und nun gibt es also schon 30 Jahre meinen Kartenverlag. In allzu großer Feierlaune bin ich nicht, dazu waren es manchmal einfach zu anstrengend. Aber ich habe all die Jahre durchgehalten und allein das ist ein gewisser Erfolg.

Mit 7912 verkauften Karten hat es 1990 angefangen. Mittlerweile habe ich (mit Stand 08/2020) 818438 Karten verkauft. Die gedruckte Auflage hat sogar schon über eine Million Karten erreicht. Das ist eine ganze Menge. Aber 30 Jahre sind natürlich auch eine ganz schön lange Zeit.

Es war immer anstrengend, aber auch immer eine große Motivation, schöne neue Karten zu zeichnen, die den Menschen in der Natur den Weg weisen.

Ich bedanke mich herzlich bei allen Wanderern, Naturfreunden und Liebhabern der Sächsischen Schweiz, der Böhmischen Schweiz und des Zittauer Gebirges, die über all die Jahre meinen Karten die Treue gehalten haben und mich weiterempfehlen. Es gibt nichts schöneres, als in einer wunderbaren Landschaft draußensein zu können. Und wenn Ihnen die Böhmwanderkarten dabei in den letzten 30 Jahren ein wenig geholfen haben, dann würde es mich freuen.


 

Was es da für viele Adressen gibt – ich bin in dieser Zeit andauernd umgezogen:
Linienstraße 114, 1. OG re. in Berlin Mitte,
Gubener Straße 39, Hh. re., 2. OG in Berlin-Friedrichshain,
Geraer Ring 45, EG li. in Berlin-Marzahn,
Leipziger Straße 47/1504 in Berlin-Mitte (ab 1992),
Niederweg 5, Bad Schandau (ab 1997).

06.08.2020: Initial.
20.08.2020: Fertiggestellt.
27.08.2020: Durchsicht.

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