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OSEF-Adventssonderzug

Eine Liebeserklärung an die OSEF

Dampflok fahren, das ist so etwas, wie Assembler programmieren. Das ist nicht nur so eine Kiste mit einem Blechgehäuse außen. Und irgendwelche Technik innedrin, die kein Mensch mehr versteht. Da kannst du noch so richtig sehen, fühlen und riechen, was da auf der Maschine läuft.

Es gab damals noch nicht diese glitzrigen Debugger mit den vielen Schaltflächen und Buttons. Wenn du da einen Fehler suchen musstest, hast du einfach einen Halt-Befehl in den Code reingesetzt. Da lief er dann drauf, das gab einen Trap, und dann stand der Prozessor. Nun konntest du in aller Seelenruhe den Hauptspeicher aufmachen und auf der Maschine nachgucken, was da Phase war.

In älteren James-Bond-Filmen sieht man noch manchmal diese Typen, wie sie in weißen Kitteln im Hintergrund Magnetbänder auflegen.

Oder in schwarzen Heizerkombis. Eines von diesen alten Teilen ist die 52 8080 von den Ostsächsischen Eisenbahnfreunden e. V. (OSEF) aus Löbau. Die kommen jedes Jahr zum 1. Advent nach Bad Schandau.

Adventssonderzug

Pirna, Bahnsteig 3.

Erst einmal die Lokomotive angucken ...

Das, was heute das Mikroprogramm macht, haben die damals rein mechanisch aufgebaut. Der entscheidente Trick ist die Gegenkurbel, die die Schwingung um 90 Grad phasenversetzt. Nun wird über die unterschiedlichen Hebellängen interpoliert. Indem du da nun die Schieberstange mehr oder weniger hoch- oder runterleierst, lässt sich jeder beliebige Dampfeintrittspunkt von 0 bis 90° einstellen.

Sobald du da ein ganz klein bißchen Phase gibst, macht er auf und es entsteht ein wahnsinniges Drehmoment. Das musst du dir einmal vorstellen, dass der blos mit dem Dampfdruck in dem Zylinder und der Druckkraft in der Eisenstange so einen ein paar hundert Tonnen schweren Zug losfahren lässt.

Aus dem Stand, ohne Kupplung und ohne Hochschalten. Dagegen sind doch die Drehmomente in unserern Automotoren heutzutage kaum mehr, als das Niesen einer Mücke.

Raus gehts in die freie Landschaft ...

Hinter Lohmen kommt das Stolpner Land. Raus gehts in eine wunderbare Winterlandschaft. Schnee, in disem Jahr schon am ersten Advent, wann hatten wir das sonst schon einmal? Extra für diesen Zug, so scheint es ...

Dürrröhrsdorf ... Helmsdorf ... Stolpen ... Langenwolmsdorf. Zwischenhalt in Neustadt. Fahrtrichtungswechsel.

Das Geniale an der Heusinger- oder Walschaerts-Steuerung ist, dass er da nicht nur einen Quadranten rechnen kann. Wenn die Kosinusphase über 90° weiter rausläuft, ändert sich das Vorzeichen und der Dampf kommt plötzlich von der anderen Seite auf den Kolben. Damit fängt das Ding an, sich rückwärts zu drehen. So kannst du ganz einfach und genial die Fahrtrichtung ändern. Ohne – wie zu Stephensons Zeiten – da erst groß umständlich an den Pleulstangen herumschrauben zu müssen.

Da musste auch erst einmal einer drauf gekommen sein.

Neustadt in Sachsen

Wasser für den Kessel und Fotohalt für die Fans.

Liebespaar vor Lokomotive ...

... eine ganz brisante Mischung. Aufpassen, junge Dame, gefährlich. Rechtzeitig eifersüchtig werden! Ratz batz ist er da in so Vereinen drin. Und das ist viel schlimmer, als wenn er da mit Luise von Toskana durchbrennen würde.

Fahrtrichtungswechsel und weiter Richtung Sebnitz.

Bei Krumhermsdorf ist mit 415 m der höchste Punkt erreicht. Von nun an geht es die „Sächsisch-Böhmische Semmeringbahn“ entlang wieder talwärts. Ankunft in Bad Schandau ...

Sieht doch gut aus: So eine große Dampfmaschine auf dem Schandauer Bahnhof. Da bekommt man gleich Lust, noch einmal Semmeringbahn zu fahren.

Wir bedanken uns herzlich bei Alfred Simm, Uwe Jachmann, Ralph Gruner, der jungen Dame, die uns den Stollen servierte, und all den anderen Mitstreitern von der OSEF. Eigentlich müsste ich ja in den Verein rein. Aber da wird dann doch meine erste Liebe rechtzeitig eifersüchtig.


28.11.2010
13.04.2011 (Durchsicht)
25.07.2015 (Durchsicht)

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