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Die alte Thorwaldkarte

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Tja, früher, als es immermal nur ein einzelner Weg war, bei dem es hieß, da muss ja nicht jeder lang, das ist naturschutzfachlich bedenklich, da hat man als Kartograph auch einmal diesen oder jenen Weg weggelassen. Deswegen ist der Thorwaldwand-Gratweg auf meinen „offiziellen“ Karten nicht drauf. Aber es gibt natürlich Karten, wo er drauf ist. Beispielsweise die alte Thorwald-Karte von 1981. Nach der werde ich immermal gefragt.

Also, da haben wir das gute Stück. War seinerzeit meine erste „richtige“ Karte. Im Sommer 1980 mit Quartier in der Fernblickboofe kartiert. Im Winter 1980/81 dann gezeichnet. Die Titelkartusche ist von Patricia Gulde. Einzelne Nachträge 1990.

Auch forsthistorisch interessant: Denn ich hatte da damals alle Kahlschläge mitkartiert. Freilich nicht, um den Wald zu dokumentieren, sondern um die Landschaft mit ihren Blickbeziehungen darzustellen. Wo damals überall Kahlschläge waren. Das mal mit heute vergleichen, wie das hochgewachsen ist.

Und Naturschutz? Klar waren Fischers Loch und die Schwarzschlüchte damals auch schon Naturschutzgebiet. Aber so mit Natur Natur sein lassen, dann alle Wege sperren und dann mit dem Harvester „Pflegemaßnahmen“ machen, das lief damals bissl anders. Klar war das Wandern da auch schon nur auf „ausgewiesenen Wegen“ erlaubt. Aber da standen auch an allen Schlüchten Wegweiser. Klar fand das Dietrich Graf auch nicht ganz so toll, soviel Holz im NSG rauszusägen, aber was sollte er machen? Von Vorteil war, dass die da nur so kleine Traktoren hatten, ZT, und nicht so Vierzigtonner. Die DDR war eben ein Land, in dem alles eine Nummer kleiner war. Nicht, weil die so unbedingt Öko waren, sondern weil die es nicht größer geschafft hatten. Und so lebte man eben nicht in dem Wahn, alles bis in die letzte Tannennadel klinisch perfekt regeln zu müssen. Und so ging manches nach dem Prinzip „leben und leben lassen“. Das hatte Vor- und Nachteile. Revierförster Gerhard Steiner hat dann in den Schwarzschlüchten Holz gemacht. Und wir haben in der Boofe unser Feuer gemacht. Und wenn Gerhard Steiner vorbei kam, hat er gesagt, „Jungs, ein kleines Kochfeuer, aber bitte auch nicht mehr.“ Eigentlich hätte es ein Ordungsgeld gekostet. Bußgeld hieß damals noch Ordnungsgeld.

Jaja, damals. Wir hatten da ja noch mit Münzen telefoniert und mit Füllfederhalter geschrieben. Raucher waren noch Mitbürger und keine Mörder. Und im Zeughaus hat man bei Karlheinz Winkler ein Bier bestellt. Und nicht „ein Banane-Hefeweizen mit Lemon“. — Ich schweife ab.

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Die alte Thorwaldkarte

Jetzt aber keine DDR-Apolgetik, Böhm. Hatte eben auch so ihre Vor- und Nachteile, die olle DDR. Wie alles. Ein Nachteil im Elbsandstein war, dass die dann 1983 die „Bergsteigerausweise“ eingeführt haben. Und plötzlich haben sich die Menschen im Wald geteilt. In solche, die keine Bergsteigerausweise hatten, das waren dann die Bösen. Und solche, die sich dann bei so einer Art Waldpolizeitruppe eingeschrieben haben. Das waren dann die Guten. Die sind dann am 1. Mai und am 7. Oktober (dem damaligen Nationalfeiertag) im Wald Streife gegangen, also als so eine Art „Proto-Nationalpark-Ranger“. Und die haben dann die, die keine „Bergsteigerausweise“ hatten, aus den Boofen rausgeschmissen. Es hieß dann, das wären alles „Abenteuertouristen“, „Problembürger“ und „Assis“. Kriminelle eben.

Gut das dass heutztage anders ist, und Menschen, die im Wald wandern, frei wandern dürfen, selbstverständlich auf allen Wegen, ohne jegliche Einschränkung. Und wenn man im Wald wandert, läuft man ja auch überhaupt nicht mehr Gefahr, vom Staat als illegal oder gar kriminell eingestuft zu werden.


15.03.2015
21.03.2016
13.03.2017 Datiert: Meinen „Bergsteigerausweis“ hat die Behörde am 08.05.1983 ausgestellt.

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