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Ende meiner Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Wegekonzeption bei der Nationalparkverwaltung

„Wer sich hier nicht an die Spielregeln hält, hat in dieser Arbeitsgruppe nichts zu suchen“

Von 2006 bis 2016 war ich kommunaler Vertreter in der Arbeitsgruppe Wegekonzeption Sächsische Schweiz. Selbstverständlich habe ich mich in der Arbeitsgruppe immer dafür eingesetzt, dass Wege nicht gesperrt werden, sondern begehbar bleiben. Dass grenzüberschreitende Wanderwege geöffnet werden. Dass naturnah Wandernde auf kleinen romantischen Pfaden nicht als „illegal“ kriminalisiert werden.

Begehungsrechte von Wegen in Nationalparks sind ein „heißes Eisen“. Nicht nur in Sachsen. Überall, wo in Deutschland (und anderswo) Nationalparke „beschraubt“ werden, bilden sich kontroverse Meinungen. Siehe zum Beispiel „Betretungsrechte und Mitbestimmung“ im „Proto-Nationalpark“ Steigerwald, oder „Das Märchen von der freien Wegwahl in einem Nationalpark“.

Am 06.12.2016 wurde ich (Gunnar Klehm: Wegekommission fast aufgelöst, Sächsische Zeitung vom 04.03.2017) auf Veranlassung von Nationalparkchef Dr. Butter aus der Arbeitsgruppe Wegekonzeption entfernt. Nur war ich da ja gar nicht von der Nationalparkverwaltung mandatiert, sondern als Kommunalvertreter, also als Stadtrat. Die Nationalparkverwaltung hat den Kommunen bei einer Nationalparkratssitzung einfach die Pistole auf die Brust gesetzt: Wenn der Böhm da drin bleibt, wird die AG aufgelöst, basta. Da haben sich die Bürgermeister dann doch dafür entschieden, mir das Mandat zu entziehen, denn sie wollten ja die AG erhalten. Ich vermute, es war gar nicht Nationalparkleiter Dr. Butter, der hatte da vielmehr eine Anweisung von seinem Chef im Umweltministerium auszuführen. Denn nur das Ministerium, nicht aber die Nationalparkverwaltung kann die Wegekommission auflösen. Ich denke, die im Umweltministerium in Dresden haben bissl auf diesen Seiten hier rumgesurft und da war klar: Böhms Meinung stört. Der muss raus. Das haben die mir auch so gesagt: „Wer sich hier nicht an die Spielregeln hält, hat in dieser Arbeitsgruppe nichts zu suchen.“

Ich will das hier mal nicht allzusehr politologisch (ob so eine Art der Mandatsentfernung legitim ist) auswerten. Wir sind auf dem Lande, da muss man den Ball immer „bissl flach halten“.

Einen politischen Effekt hat das Ganze aber dennoch: Es untergräbt die Naturschutz-Akzeptanz. Bisher war eine Wegsperrung eine im Konsens mehrerer Interessengruppen erarbeitete Entscheidung, die nach intensivem Vorbringen selbst total divergierender Meinungen so und nicht anders getroffen wurde. Da war es dann doch geboten, dass sich alle Wanderer dran halten. Durch meinem Hinauswurf aus dem Gremium könnte folgender Eindruck entstehen: So wild mit Einvernehmensfindung ist es dort nicht. Wegbegehungsrechte im Nationalpark sollen ausschließlich den Wünschen des Umweltministeriums entsprechen. Dabei darf das Wort ausschließlich durchaus wörtlich genommen werden: Wenn da jemand seine Zustimmung zu vehement verweigert, wird er ausgeschlossen. Da spielt dann auch ein Stadtratsmandat keine Rolle. Natürlich soll man sich beim Wandern auch weiterhin an Wegverbote halten. Dies aber nun nicht mehr, weil man ansonsten einen breiten gesellschaftlichen Konsens verlassen würde. Wegsperrungen sind vielmehr Festlegungen der Nationalparkverwaltung, die diskussionslos zu befolgen sind. Was die Menschen dazu meinen, ist egal, Dienst nach Vorschrift, basta.

Nur wer macht schon gerne beim Wandern im Wald – in seiner Freizeit – „Dienst nach Vorschrift“? Naturschutz lebt von Akzeptanz. Die Begeisterung der Menschen für ein solcherart vorgeschriebenes Naturschutz-Verhalten könnte sich in Grenzen halten.

Wie dem auch sei, jetzt ist Schluss. Ich gestehe zu: Wer austeilt, muss auch einstecken können. Bissl bedauern tue ich mein Ausscheiden aus der AG dennoch, denn es war für mich ein Ehrenamt, das ich bei allem Gegenwind auch immer mit Ernst, Engagement und vielen Stunden Aufwand an ehrenamtlicher Tätigkeit wahrgenommen habe. Oft kam ich mir vor, wie Luther in Worms. Bei aller Kontroversität haben sich die Mitglieder der AG aber immer respektiert und es hat auch bissl Freude gemacht.

Schade, aber nun nicht mehr zu ändern.


Wer wissen will, was es denn so Schlimmes war, das ich aus der Wegekommission berichtet habe, kann es hier weiterhin nachlesen:

Vielleicht war es unerwünscht, die Einflussmöglichkeiten in der AG als doch eher gering darzustellen?
Arbeitsgruppe Wegekonzeption bei der Nationalparkverwaltung

„Dilemma“ lässt auch bissl das Positive vermissen –
Das Dilemma der Arbeitsgruppe

Oder war es falsch, auf das zweifelhafte Begehungsrecht des Grenzweges hinzuweisen ...
Grenzweg

Oder war eine kritische Analyse des „Wirkungsgrades“ der AG-Arbeit unerfreulich?
32. Versammlung

Oder hat man es als Angriff empfunden, für mehr Öffentlickeit einzutreten und die Protokolle öffentlich zu machen?
33. Versammlung

An meinen Bericht über die Trekkinghütten war sicher nichts auszusetzen ...
34. Versammlung

War hier meine Freude über die durch den SBB durchgesetze Eröffnung des Oberen Winterbergweges zu verhalten?
35. Versammlung

Auf der 36. Versammlung ging es um „juristisches Vorgehen gegen illegale Bewerbung“ und „Anhebung der Bußgelder“. Das habe ich natürlich auch etwas anders gesehen*. Nach der 37. Versammlung wars das dann für mich gewesen.

* Ich bedauere ein wenig, dass es diese Seite nicht mehr gibt. Ich habe mich nämlich in der 37. Versammlung verpflichten müssen, alle diese Seiten zu löschen, es wären Berichte aus nichtöffentlichen Tagungen und keine Meinungsäußerungen. Na, das habe ich dann aber bitter bereut. Denn nachdem ich da rausgeflogen war, wurde ich ja nun gefragt, was ich denn Verwerfliches getan hätte. Tja, so Zeug ins Internet gestellt. Ja, was denn, – hm, gelöscht. Dann also mal wieder her mit den Seiten. So kann jeder selbst entscheiden, ob diese Seiten Interna ausplaudern oder Meinungsäußerungen sind. Alle Seiten waren auf www.archieve.org noch da, nur die 37. Versammlung hatten die Bitsavers noch nicht gespiegelt.

 


Interessante Notiz: „In den 1930er Jahren wusste Rudolf Fehrmann das Ansinnen der NSDAP-Gauleitung über eine Sperrung des Rathener Gebietes für das Klettern und Wandern, mittels professionellem Vorklettern am Mönch zu zerstreuen.“ Quelle: www.teufelsturm.de/forum, mäh1, Altlaubegast, 06.03.2017 16:05.

30.12.2016 Initial
02.01.2017
05.01.2017 Datei 2008_21te_vorbereitung.doc (Öffnungsansinnen Oberer Winterbergweg) entdeckt.
16.01.2017
02.02.2017 Seiten aus http://www.archive.org wiederhergestellt
05.03.2017 Sächsische Zeitung, Gunnar Klehm, vom 04.03.2017 eingearbeitet
07.03.2017

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