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Eine Winterwanderung

Eisenbahnromantik am Unger.

Winterwald ist nicht gleich Winterwald. Es hat frisch geschneit und da ist der Wald, weil auch auf jedem kleinen Ästchen Schnee liegt, noch weißer, als gewöhnlicher Winterwald. Da muss man einfach hinaus. Kein Skistress - gemütliches Wandern zu Fuß.

Aber das mit der Eisenbahn ist doch wohl ein Druckfehler. Eisenbahnromantik? Am Unger?

Nun ... wir werden sehen ...

Abfahrt 9:19 Uhr ab Bad Schandau mit der Sächsischen Semmeringbahn Richtung Sebnitz.

Erster Halt: Rathmannsdorf. Bis etwa 1935 hieß der Bahnhof noch Wendischfähre. Wer genau hinsieht, kann den 80 Jahre alten Schriftzug noch erahnen ...

Bis Amtshainersdorf sind es 6 Tunnel. Wir steigen hier, eine Station vor Sebnitz, aus. Noch ein Foto von unserem Zug ...

Dann geht es los, zunächst ein kleines Stück das Sebnitztal in Fahrtrichtung auf der Straße entlang. Der Wegweiser, der Freund des Wanderers zeigt, wo nach links abgebogen werden muss.

Ein schöner handgeschriebener Wegweiser aus Holz weist den Weg zum Unger.

Nachtrag 2015: Der schöne handgeschriebene Wegweiser wurde inzwischen durch einen typographisch sauberen Schaumstoff-Wegweiser mit Plastfolienschrift ersetzt. Nein, ich meckere nicht, das ist einfach so. Stundenlang Wegweiser Schreiben, wie zu Rolf Gullichs Zeiten, das bezahlt heutzutage niemand mehr ...

Links abbiegen, in die Goldgruben ... am Wegrand ...

... der schönste Carport des Sebnitztales. Hier haben es die Autos umgeben von Feuerholz so richtig urig gemütlich.

Nach etwa 1/2 Stunde erreichen und durchqueren wir Schönbach. Es geht in den Wald und bergan.

Ein einsamer Bahnübergang ...

Warnkreuz, Kilometerstein und, immer seltener werdend, Telegrafendrähte. Kein Luftkabel, welches brutal die Idylle von Eisenbahnromantik, Freiheit und Glück zerstören würde ...

Wir betreten das Terrain der Neustädter Natur- und Heimatfreunde, was der Insider sofort am professionellen Wegemarkierungsstil bemerkt.

Immer genau kurz bevor dem Wanderer Zweifel an der Richtigkeit seiner Route kommen könnten, sollte ein erfahrener Wegemarkierer ein Zeichen angebracht haben ...

Am Markierungsstil erkennt man, ob ein Kenner, Ästhet und Profi am Werk war. Oder ob sich ein Schnell-Mal-mit-dem-Farbtopf-durch-den-Wald-„Das-bring-ich-auch“-Markierer versucht hat.

Wegemarken sind wie Bassgitarre oder Typographie. Solange gut markiert ist, werden sie kaum beachtet. Man bemerkt erst, dass schlecht markiert ist, wenn sie plötzlich fehlen.

Ein Blick zurück ...

Wir haben uns nicht verlaufen. Ein Blick voran ... der wunderbare weiße Wald ...

Der Unger trtug früher einmal ein schönes Wirtshaus, doch leider musste bis Ende 2015 überall eine neue Abwasserasnlage gebaut werden. So schnell holst du das hier oben aber als Gastwirt nicht wieder rein. Das wars dann also wieder einmal gewesen mit einer schönen Berggaststätte. Na, hoffen wir mal, vielleicht macht der Ungerwirt irgendwann wieder auf. Vom Unger geht es westwärts weiter Richtung Krumhermsdorf. Und ...

... so etwas nennt man eine perfekte Wander-Dramaturgie. Die Züge fahren im 2-Stunden-Takt und das ist genau der Zug 2 Stunden nach dem Zug, mit dem wir gekommen sind. Zugdurchfahrt exakt, als wir die Brücke am Haltepunkt Krumhermsdorf überqueren. Danke, Deutsche Reichsbahn, äh, Städtebahn.

Die weitere Route: Durch Krumhermsdorf, immer am Schwarzbach talwärts nach Lohsdorf an der Schmalspurbahn. Das war einmal die einzige Schmalspurstrecke Deutschlands mit mehreren Tunneln (nämlich zweien).

1940: Deutsche Soldaten auf dem Bahnhof Lohsdorf. Unsere Väter und Großväter.

(Bild: Fotoarchiv Familie Liebethal, Hohnstein-Grundmühle. Vielen Dank. Frau Liebethal hat das Bild aber nicht aufgenommen, sondern nur bewahrt. Ich bitte den Urheber, den ich leider nicht ermitteln konnte, um Entschuldigung für den ungefragten Upload. Bitte kurze Nachricht an info@boehmwanderkarten.de. Ich melde mich umgehend.)

2006: Der vom Verein Schwarzbachbahn e. V. wiedererrichtete Bahnhof ...

Sieht doch gut aus oder?

Nun geht die Wanderung die alte Bahntrasse (durch die beiden Tunnel) schwarzbachabwärts. (Siehe auch Frühlingswanderung im Schwarzbachtal in umgekehrter Richtung.) Wo kommt man raus? Im Sebnitztal, an der Brücke, die wir bereits auf den Hinfahrt aus dem Zug fotografiert haben ...

Schmalspurbahnbrücke über die Sebnitzbach. Heute bewanderbar.

Nun sind es noch etwa 2 km bis zum Bahnhof Goßdorf-Kohlmühle. Hier hält der Zug, der uns zurück nach Bad Schandau bringt.


Wir haben eine Eisenbahnwanderung zum Unger gemacht. 9 Bahnstationen (Bf. Lohsdorf mitgerechnet), 8 Tunnel (davon 2 Schmalspurbahntunnel zu Fuß), 3 Züge (den in Krumhermsdorf mitgerechnet) und ein niveaugleicher Bahnübergang ohne Halbschranken und Luftkabel.

Länge 15 km. Temperatur -12°. Den wunderbaren Weißen Wald nehmen wir in unseren Herzen mit nach Hause. Dort gibt es dann erst einmal einen kräftigen Grog.


Sonst noch was?

Das ist der Gipfel des Eisenbahn- und Wegemarkierungsfrevels! – Einen doppelten Grog, Herr Ober!


04.02.2006
13.02.2011. Jetzt fährt dort nicht mehr die Deutsche Reichsbahn, sondern die Städtebahn Sachsen
30.09.2015 Durchsicht.

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